Unser Stadtverband ist aktiv

Größte Bildungsgewerkschaft in NRW

Engagierte Interessenvertretung fortsetzen!

Die nordrhein-westfälische Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW NRW) ist mit Abstand die größte Bildungsgewerkschaft in NRW. Sie verzeichnet zum Jahresbeginn 48.152 Mitglieder. Der gesellschaftliche Trend, dass sich das Geschlechterverhältnis in den pädagogischen Berufen weiter zugunsten der Frauen verschiebt, spiegelt sich auch in der Mitgliedschaft wider: Sieben von zehn GEW-NRW-Mitgliedern sind Frauen. „Die Marschroute für das kommende Jahr ist klar. Wir setzen uns weiter für eine Aufwertung der pädagogischen Berufe ein und leisten damit einen gewerkschaftlichen Beitrag gegen die mittelbare Frauendiskriminierung bei der Bezahlung. Von der Landesregierung erwarten wir jetzt den Durchbruch bei der Besoldung für Lehrkräfte an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I“, sagt GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. Wer wirksam etwas gegen Lehrer*innenmangel tun wolle, müsse Lehrkräfte, ob im Beamt*innenverhältnis oder als Tarifbeschäftigte, vernünftig bezahlen. Die GEW NRW werde die erfolgreich laufende Kampagne ‚JA 13 für faire Besoldung‘ fortsetzen. Dorothea Schäfer zeigt sich insbesondere über den deutlichen Mitgliederzuwachs bei den Erzieher*innen und in den sozialpädagogischen Arbeitsfeldern erfreut. „Das gibt uns Schwung für die bevorstehende Tarifrunde im TVöD. Unsere Mitglieder sind aufgerufen, sich für eine ordentliche Gehaltserhöhung stark zu machen.“ Ein gutes Tarifergebnis habe Signalwirkung für freie Träger und Kirchen, aber auch für die gesamte Tarifentwicklung. Die Vorsitzende der GEW NRW wertet den hohen Mitgliederzuspruch als Vertrauensbeweis für eine konsequente Interessenvertretungspolitik der Bildungsgewerkschaft. Die GEW NRW habe gerade bei den jüngeren Beschäftigten im Bildungssektor an Attraktivität gewonnen. Mahnend fügt Dorothea Schäfer hinzu: „Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, die jungen Leute an die GEW NRW zu binden und ihnen interessante Angebote für persönliches Engagement und Beteiligung machen.“

Berthold Paschert | Pressesprecher

Essen, 04. Januar 2018

www.gew-nrw.de/presse

Abschlusskundgebung am 29.06.2017 vor dem Hans-Sachs-Haus

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich begrüße Sie / euch ganz herzlich zur Abschlusskundgebung der Bildungsgewerkschaft vor unserem Rathaus, dem Hans-Sachs-Haus, der Schaltzentrale für lokale Weichenstellungen. Aber auch als Stelle, die ins Land hinaus zu transportieren vermag. Wir Grundschullehrkräfte sind heute nicht hier,- um Lärm zu machen, sondern- um in diesem Land ein Zeichen zu setzen! Mit dem heutigen Tag ist klar: Grundschulen in Gelsenkirchen gehen auf die Straße, weil es so nicht mehr weiter gehen kann!• Gelsenkirchen, eine Stadt mit dem höchsten Sozialindex.• Gelsenkirchen, ein Magnet für viele Menschen, die unterschlechten Bedingungen leben mussten.• Gelsenkirchen, eine Stadt mit Problemen, die vielfältig und komplex sind.• Gelsenkirchen, aber auch eine Stadt, die durch Kreativität und Innovationswillen versucht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Herausforderungen gerecht zu werden. Jetzt allerdings erreichen wir einen Punkt, der uns nötigt dieses Zeichen zu setzen: Durch festgelegte Budgets, die Ruhrgebietskommunen aus eigener Kraft auch nicht mehr wesentlich steigern können, müssen immer mehr Kinder berücksichtigt werden. Das heißt de facto: Unseren Kindern steht immer weniger zur Verfügung. Arbeitsgruppen an unseren Grundschulen haben in intensiver Arbeit die angekündigten Gelder für bleibende Mittel eingeplant. Ein Teil davon sollte der besseren Eingliederung von Schülerinnen und Schülern aus anderen Herkunftsländern dienen. Längst ist bekannt, dass es für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus diversen Gründen schwieriger ist ,einen guten Schulabschluss zu erarbeiten. Die Kommunen im Ruhrgebiet stehen jetzt vor dem Dilemma, dass steigenden Schülerzahlen konstante Budgets gegenüberstehen, was die ohnehin schwierige Arbeit an Schulen weiterbeeinträchtigt!… und ein Ende der steigenden Schülerzahlen ist nicht in Sicht! Meine Lieben Kolleginnen und Kollegen, lasst mich auch sagen: Ohne das finanzielle Engagement der Grundschullehrkräftesähe es in unseren Schulen noch schlechter aus!

Jetzt schlägt´s 13

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler! Es ist eine Schande, dass wir hier heute stehen müssen, um auf verschiedene Missstände aufmerksam zu machen. Es ist eine Schande, dass unsere Stadt Gelsenkirchen mit den knapp zur Verfügung stehenden Mitteln immer mehr Kinderversorgen muss! Jetzt schlägt`s 13!Ohne Moos Kinderchancenlos! Es ist eine Schande für dieses Land, Lehrkräfte, Beschäftigte, Schülerinnen und Schüler an Schulen in dieser Stadt, im Regen stehen zu lassen und die notwendigen Ressourcen vorzuenthalten. Es ist eine Schande für diese Republik, eine Region der kulturellen Vielfalt mit all ihren Herausforderungen nicht genügend zu unterstützen. (Hinweis auf den Gipfel in Berlin)Es ist eine Schande und ein Schlag ins Gesicht unserer jungen Generation egal welcher Herkunft eine solide und nachhaltige Bildungsfinanzierung vorzuenthalten, die erforderlich wäre, um zukünftige Probleme zu minimieren und unseren Kindern,Schülerinnen und Schülern und damit unserer Gesellschaft eine gute Zukunftsperspektive zu bieten. Ich glaube, dass ich vielen aus dem Herzen spreche, wenn ich den Verantwortlichen in dieser Stadt und in diesem Land zurufe: „So geht es nicht!“ Die Bildungsgewerkschaft in Gelsenkirchen hat über viele Jahre auf den drohenden Kollaps hingewiesen und fordert weiterhin:1. gut ausgestatte Räumlichkeiten (Gute Schule 2020fortführen)2. mehr Personal, damit auch wieder regelmäßig Unterrichtstattfinden kann,3. verbesserte Rahmenbedingungen, damit Kinder z.B.in kleineren Lerngruppen besser lernen können.Hier sei angemerkt, dass das Ansinnen der Politik mit der kommunalen Klassenrichtzahl kleinere Klassen mit ca. 22 Kindern hinzubekommen für viele Grundschulen gescheitert ist. Gelsenkirchen ist eine Stadt, die anpackt. Wir sind Teil einer Region, die schon seit ca. 150 Jahren ein erfolgreicher Integrationsmotor ist. Diesem Motor soll jetzt nicht der Treibstoff ausgehen! Wir (Grundschullehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler)erwarten deshalb einen Masterplan, der die Zukunft unserer Kinder und somit dieser Region in allen Bereichen sicherstellt! Danke, dass wir hier heute dieses Zeichen gemeinsam gesetzt haben! Ich verabschiede uns alle mit einem herzlichen Glück auf und erkläre diese Kundgebung für offiziell beendet!

GEW-Delegation im Landtag

Nach den diesjährigen Landtagswahlen, haben wir unsere direkten Ansprechpartner
der Regierungspartei verloren. Sie stehen uns zwar in der Opposition für Gespräche wie
gewohnt zur Verfügung, dennoch sind Vertreter der GEW Gelsenkirchen und Gladbeck
stets auf die an der Landesregierung beteiligten Parteien direkt zugegangen.
Eine GEW-Delegation aus unserem Stadtverband ist noch vor den Sommerferien nach
Düsseldorf in den Landtag, zu einem Gespräch mit dem damaligen bildungspolitischen
Sprecher der CDU-Fraktion (heute Staatssekretär) Klaus Kaiser und Professor Baumgarten
gereist.
In einem konstruktiven Austausch hat die GEW Gelsenkirchen / Gladbeck dargestellt,
dass durch die wöchentlich steigenden Zuwandererzahlen sofortiges Handeln erforderlich
ist. Jegliches Zögern hat zur Folge, dass die sozialen Schwierigkeiten etc. in Zukunft
zunehmen und sich zu einem unüberschaubaren Risiko für NRW entwickeln. Bereitstellung
von Ressourcen (u.a. Entfristung der Verträge unserer Schulsozialarbeiter), Schaffung
von Entlastungstatbeständen und die Herstellung von Lohngerechtigkeit insbesondere
beim Einstiegsamt aller Lehrämter sind thematisiert worden.
Lothar Jacksteit