Schulen in Gelsenkirchen

Gelsenkirchener Partizipationsindex

Der Partizipationsindex informiert, in welchen Sozialräumen potenzielle Benachteiligungen für Kinder und Jugendliche
besonders häufig auftreten, wo möglicherweise bestimmte Ressourcen für gutes Aufwachsen fehlen.
Der Index kann Grundlage für datengestützte Ressourcensteuerung sein. Er kann es ermöglichen, die
richtigen Instrumente und Strategien für den einzelnen Sozialraum zu entwickeln.
Die Studie benennt die verschärften Herausforderungen:
Die Rahmenbedingungen für die Präventionsarbeit haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Der Bedarf ist gestiegen,
weil mehr Kinder und Jugendliche in der Stadt leben. Das ist zum einen Folge von steigenden Geburtenzahlen, es ist aber
auch darauf zurückzuführen, dass Gelsenkirchen zum Ziel von mehreren tausend Zuwanderern und Flüchtlingen geworden ist.

Die Disparitäten haben sich verstärkt. Es gibt noch mehr Segregation.
In vielen Sozialräumen ist die Mehrheit der Kinder arm, oder hat einen Migrationshintergrund.
Die Resultate der kleinräumigen Analyse sollen als Grundlage einer nachhaltigen Strategieentwicklung für die Kooperation
mit entscheidenden Akteuren kindlicher Lebenswelten nutzbar sein.
AK, MA, LJ

Für Bildung gegen Spaltung - Für gleiche Bildungschancen in NRW

Schulen in Gelsenkirchen

Die GEW NRW setzt sich gegenüber Landesregierung
und Landtag für Maßnahmen zur Bekämpfung der
Bildungsbenachteiligung ein. Leuchtturmprojekte der
Landesregierung reichen bei Weitem nicht aus. Um den
Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg
zu durchbrechen, braucht es tief reichende systemische
Ansätze

Zu den geeigneten
Steuerungsmaßnahmen der
Landesregierung gehören:


• Einführung eines schulbezogenen Sozialindexes
zur Identifizierung von Kitas und Schulen mit
schwierigen sozialen Ausgangslagen
• zusätzliche Ressourcen anhand eines transparenten
Zuweisungsverfahrens
• regelmäßige Überprüfung der
Ressourcenverwendung und ihrer Wirkung
• Aufhebung der Fachleistungsdifferenzierung in den
Haupt-, Gesamt- und Sekundarschulen
• Umwandlung der Schulen in sozialen Brennpunkten
in gebundene Ganztagsschulen mit auskömmlicher
Finanzierung und besserer Personaldecke

Die GEW fordert:


• Reduzierung der Klassen- und Gruppengrößen
• Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung
• stellenwirksame Anrechnung aller systemisch notwendigen
Konferenz-, Fortbildungs- und Beratungszeiten
auf die Unterrichtsverpflichtung
• standortbezogene und teilnehmerorientierte, qualitativ
hochwertige und anspruchsvolle Fortbildungen,
deren Effektivität jeweils zu evaluieren ist
• regelmäßige, vom Dienstherrn finanzierte, Supervisionsangebote
• Beförderungsmöglichkeiten für Sozialpädagog*innen
zu schaffen
• finanzielle Zulagen

In den Kindertageseinrichtungen werden die Grundlagen für
einen gelingenden Schulstart der Kinder gelegt. In sozialräumlich
schwierigen Lagen müssen zusätzliche Ressourcen bereit
gestellt werden.


Die GEW fordert:


• Reduzierung der Gruppengrößen
• zusätzliches Personal für die Begleitung von Kindern
und Familien mit besonderem Bedarf
• Berücksichtigung notwendiger Zeiten für Vor- und
Nachbereitung, Dokumentation, Elternarbeit, Teambesprechungen
und Vernetzung
• therapeutische Unterstützung in den Tageseinrichtungen
Zu den geeigneten Maßnahmen der
Kommunen gehören:
• Weiterverfogung der in dem Modellvorhaben „Kekiz –
Kein Kind zurücklassen“ erfolgreichen Maßnahmen
• Einführung von festen Schulbezirksgrenzen
• Priorisierung der Schulen und Kindertageseinrichtungen
mit schwierigen sozialen Ausgangslagen
Beschluss des Gewerkschaftstages, 07.12.2017

Predigt des Industriepfarrers, Dieter Heisig, am 1. Mai, anläßlich der Maidemonstration vor dem Musiktheater"

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Schwestern und Brüder,
diesmal habe ich es ganz leicht mit dem Motto zum 1.Mai.
Einmal, weil es ja nur 3 Wörter sind: Vielfalt, Gerechtigkeit,
Solidarität.
Was gibt’s da noch zu sagen – wer wollte da nicht mit
einstimmen? Und zum Anderen: Vielfalt? Ja sicher, ist
doch schön. Gerechtigkeit? Claro, das wissen wir als
Gewerkschafter/innen doch, was das ist. Und Solidarität?
Davon reden wir schließlich bei fast jeder Veranstaltung.
Aber es gibt dieses Jahr noch einen Grund, warum ich es als
Pfarrer leicht habe mit dem Motto: denn diese 3 Begriffe sind
Schlüsselbegriffe des christlichen Glaubens - sie gehören zum
Kernbestand der Bibel – auch wenn sie da vielleicht etwas
anders heißen. Aber auch wenn sie uns als Gewerkschaftsmenschen vertraut
sind, wenn sie allen Christenmenschen bekannt sein müssten
und auch, wenn alle politisch Interessierten damit umgehen –
ich fürchte, es hat schon seinen Grund, dass wir solche Begriffe
zwar gerne bei besonderen Gelegenheiten nutzen – sie aber
dann auch gerne wieder in den Koffern mit den Dekoartikeln
verschwinden lassen – bis zum nächsten Mal.
Warum das so ist? Mögliche Antworten finde ich in den alten
biblischen Schriften, in denen davon die Rede ist – denn hier
werden nicht nur die Wörter gebraucht, sondern hier ist auch
die Rede davon, was das denn meint, was das denn dann auch
heißt.
So ist auf den ersten Seiten der Bibel gesagt: Gott schuf die
Menschen nach seinem Bilde.
Damit ist ja keine biologisch wissenschaftliche Theorie benannt
(so wie das vielleicht einige christlich fundamentalistische
Gruppierungen verstehen wollen); sondern damit ist gesagt:
wenn alle Menschen nach dem Ebenbild Gottes geschaffen
sind, dann kommt auch allen die gleiche Würde zu. Eine
Würde, deren Wert höher ist als alle unsere gesellschaftlichen
Festlegungen. Denn diese Würde haben dann alle Menschen –
nicht nur weiße Europäer , sondern auch schwarze Afrikaner;
genauso wie Männer und Frauen dieselbe Würde besitzen;
aber eben auch der Chef der deutschen Bank ebenso wie der
Obdachlose auf der Parkbank – der Moslem ebenso wie die
Christin und die Parteigenossin eben auch genau so wie der
C-Promi im Dschungelcamp.
Die Gottesebenbildlichkeit aller Menschen hat die
unverhandelbare Würde jeder Person zur Folge – und solche
Vielfalt müssen wir dann auch aushalten und leben – und
nicht nur davon reden.
Und das Zweite: Gerechtigkeit; hier hat die Bibel eine
wunderbare Formulierung gefunden: “Es ströme das Recht
wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender
Bach“. Auch hier: es ist von mehr die Rede als nur von der
Beschlusslage einer Partei und auch von mehr als nur einem
netten, gern gehörten Sonntagsbegriff. Denn das Bild von
Wasser und Bach besagt z.B. auch: Gerechtigkeit und Recht
sollen nicht an der Kassenlage der öffentlichen Hand enden.
Aber genau so mag es doch einem lange erwerbslosen
Menschen vorkommen, wenn ökonomische Interessen zwar
seinen Arbeitsplatz kosten dürfen – es aber als persönliches
Versagen angesehen wird, wenn er nicht gleich wieder einen
Job findet. Das wäre dann wie ein Bach, dessen Wasser
bewusst umgeleitet wird – in die Kehlen derer, die die Macht
dazu haben und den Hals nicht vollkriegen.
Ja und als Drittes die Solidarität. Das ist mehr als
Almosengeben und charity Veranstaltungen. Manchmal
sind über das Folgende viele Christinnen und Marxisten
gleichermaßen erstaunt – aber auch wenn sie den Begriff
Solidarität nicht ausdrücklich gebraucht: die Bibel erzählt
von Lebensgemeinschaften ohne Privateigentum. Man lebte
in Gütergemeinschaft und war „ein Herz und eine Seele“;
so wird berichtet. Und auch wenn das alles historisch zu
hinterfragen ist, auch wenn hier idealisierend erzählt wird: es
ist offensichtlich ein Gegenmodell zum Kapitalismus unserer
Zeit; ganz egal ob der auf seinen Fahnen stehen hat: „Amerika
first“, „marktkonforme Demokratie“ oder “eigener Weg zum
Sozialismus“.
Das Erfolgsgeheimnis scheint mir in „einem Herzen und
einer Seele“ zu liegen. Ekel Alfred war die Karikatur dazu
– aber reicht das, um den Grundgedanken aufzugeben,
zu desavouieren? Legitimiert das die blöde Rede von
sogenannten Gutmenschen, die dann oft als weltfremd und
spinnert hingestellt werden?
Liebe Kolleginnen und
Kollegen, liebe Schwestern
und Brüder,
Vielfalt, Gerechtigkeit,
Solidarität – was als so
einfach und einleuchtend
daherkommt: ich finde, das
geht in ungeahnte Tiefen.
Das ist eben mehr als
schnell gesagte Hülsen – ist
aber auch mehr als noch so
wissenschaftlich fundierte Beschlüsse und Programme.
Und noch etwas: bei ehrlichem Umgang mit mir selbst, stellen
diese Begriffe auch mich und meine Sicherheiten in Frage –
vielleicht ja auch Sie und Dich.
Denn: was ist mit dem alltäglichen Rassismus in mir? Gibt’s
den wirklich nicht?
Was ist mit meinem Engagement für Gerechtigkeit? Ist da
meine Überzeugung wirklich die einzig richtige?
Und ist meine Solidarität nicht doch oft eingegrenzt – mit
denen, die mir aus welchen Gründen auch immer näher
stehen als andere?
Mehr Fragen als Antworten. Das ist manchmal auch gut so.
Denn so wichtig es ist, zusammen zu stehen: wirklich weiter
kommen wir nur bei ehrlichem Umgang miteinander –
sozusagen auf dem Weg zu einem Herz und einer Seele.
Das ist der Weg, von dem Maria sang. Einem Weg in eine Welt
ohne Gewaltherrschaft, dafür mit Gleichberechtigung; einem
Weg zu Gerechtigkeit, der allen Menschen ein Leben in Würde
eröffnet.
Wenn wir unsere Herzen nicht erreichen, dann können wir
zwar Gottesdienste feiern – durchaus auch mit Bezug auf die
Bibel – aber sie werden hohl bleiben; oder wie der Profet
Amos sagt: ich kann Eure Gottesdienste nicht riechen.
Wenn wir unsere Herzen nicht erreichen, dann können wir
zwar tolle Beschlusslagen und Resolutionen verbschieden –
durchaus mit richtigen Erkenntnissen – aber die Folgen könnte
sein: eine Herrschaft wird schlicht durch eine andere ersetzt
und neue Herrschaft verschleiert.
Insofern ist für mich das Wort von den „Herz Jesu
Marxisten“ kein Schimpfwort, sondern eher eine sinnvolle
Richtungsangabe. Da ist dann kein fertiger Plan; kein einfaches
Rezept - da ist aber auch keine Resignatio aber da ist die
Einsicht:
Vieles muss sich ändern, damit vielen Menschen zu ihrer
Würde verholfen wird. Besonders denen, die diskriminiert
werden. Dazu brauchen wir Vielfalt.
Vieles muss sich ändern, damit alle zu ihrem Recht kommen
können.
Besonders die Schwächeren. Dazu brauchen wir Gerechtigkeit.
Vieles muss sich ändern, damit Menschen spüren können,
dass sie mehr sind als Produktionsfaktoren.
Besonders die, die schon lange allein sind und resignieren.
Dazu brauchen wir Solidarität. Amen!

Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen eingefordert!

Rückblick auf das GEW-Landtagsgespräch 2017 mit
Klaus Kaiser (CDU) und Prof. Baumgarten.

Die GEW-Delegation thematisierte damals unter anderem den
Themenbereich „Multiprofessionelle Teams“ und den GEWAntrag
an die Personalversammlung Grundschulen in Gelsenkirchen
„Sozialpädagogische Fachkräfte einfordern!“
Dort hieß es:
„Der Personalrat möge sich dafür einsetzen, dass für jede
Grundschule eine Stelle für Sozialpädagogische Fachkräfte
eingerichtet wird.
Begründung: Die Förderbedarfe der SchülerInnen sind in den
letzten Jahren gewaltig gestiegen. Durch steigende Klassenstärken,
der Flüchtlings- und Zuwanderungsproblematik und
des Inklusionsprozesses wird eine individuelle Förderung speziell
von Kindern aus benachteiligten Gesellschaftsschichten
immer schwieriger. Für die Sicherstellung einer gezielten, lückenlosen
Förderung sind Sozialpädagogische Fachkräfte ein
unverzichtbarer Bestandteil. Um eine Nachhaltigkeit zu gewährleisten,
müssen an allen Grundschulen volle Stellen für
Sozialpädagogische Fachkräfte eingerichtet werden.“

In Bezug auf diesen Antrag hat die Landesregierung inzwischen
Schritte in die richtige Richtung unternommen.

Anfang 2018 wurden ca. 600 Stellen für Sozialpädagogik in
der Schuleingangsphase ausgeschrieben. Interessant ist, dass
bei der Verteilung der Sozialindex zugrunde gelegt worden ist,
worauf wir gedrängt haben, um auf die vielfältigen Probleme
angemessen reagieren zu können. So fielen fast 50% der Stellen
im Regierungsbezirk Münster auf Gelsenkirchen mit dem
höchsten Sozialindex von 100.
Im nächsten Jahr sollen weitere Stellen folgen. Landesweit
sind für die Sekundarstufe I ca. 300 Stellen vorgesehen und
nochmals für die Schuleingangsphase fast 600 Stellen. Hoffentlich
wird auch hier wieder der Sozialindex als Berücksichtigungsgröße
einbezogen.LJ

Plädoyer für eine bessere personelle Ausstattung der NRW-Berufskollegs

Von Wolfgang Beneken

Die Berufskollegs (BKs) in NRW sind gegenüber den anderen Schulformen der Sekundarstufe objektiv strukturell benachteiligt! Warum ist das so?
Das ausdifferenzierte Bildungsangebot des BK führt tendenziell zu „zu kleinen“ Klassen Ein Gymnasium etwa oder eine Gesamtschule nimmt für die fünfte Klasse Anmeldungen entgegen und bildet der Nachfrage folgend eine entsprechende Zahl von gleichartigen Eingangsklassen mit gleicher Stundentafel und gleichen Fächern.
Die Klassen sind grundsätzlich voll und daher in der Lage, über die Schüler-Lehrer-Relation so viele Lehrerstunden zu generieren, dass neben den notwendigen Entlastungsstunden für Schulleitung und für sonstige Aufgaben vor allem die jeweiligen Stundentafeln erfüllt werden können. Ein Berufskolleg dagegen bildet in einer großen Vielfalt eine Fülle von verschiedenen Eingangsklassen sowohl im Bereich des dualen Systems als auch in Vollzeitklassen mit den verschiedensten
Schulabschlüssen. Wegen dieser Ausdifferenziertheit und wegen des politischen Willen, den jungen Menschen ihre Wahlfreiheit zu lassen hinsichtlich ihrer Berufs- und Bildungsoptionen, werden die Klassen am BK oft nicht ganz voll. Dann erzeugen sie aber auch nicht die für den angebotenen Bildungsgang notwendige Anzahl an Lehrerstunden, weil die maßgebliche Schüler-Lehrer-Relation hierfür von vollen Klassen ausgeht. Das ist wirklichkeitsfremd!
Mit den vorgegebenen Schüler-Lehrer-Relationen könnte man die Stundentafel eigentlich erst dann erfüllen, wenn man nur
Klassen zuließe, welche am oberen Rand der Sollstärke liegen. Das würde wiederum bedeuten, dass bei der Schulanmeldung
massenhaft Schüler abgelehnt bzw. an ein weit entfernt gelegenes BK der gleichen Fachrichtung verwiesen werden müssten.
Wie sollte das praktisch funktionieren? Gymnasien und Gesamtschulen können übrigens ansatzweise genau diese Problematik der Planung nach Entscheidung der einzelnen Schüler erahnen, wenn sie das Kursangebot für die gymnasiale Oberstufe zusammenstellen. Aber: Oft können sie die dabei entstehenden Probleme abmildern durch Kooperation mit den GOS benachbarter Schulen. Und im Gegensatz zum BK sind die Schüler schon jahrelang im „Anflug“ auf die GOS, brauchen nicht jedes Jahr neu geworben werden mit ungewissem Ausgang, ob die neuen Schüler überhaupt antreten und wenn ja, ob sie die fachlichen Voraussetzung für den Bildungsgang mitbringen. Fachliche Defizite aus der Sekundarstufe I führen zu erhöhtem Lehrerbedarf Hier liegt der nächste Grund für die strukturelle Benachteiligung der Berufskollegs: Zahlreiche Schüler, neu am BK, merken erst dort, dass sie mit ihrem Abschluss aus der Sekundar-stufe I wohl formal die Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Aus Gründen, welche die abgebenden Schulen der SI zu vertreten haben, entsprechen die mitgebrachten fachlichen und methodischen Kompetenzen aber immer wieder nicht den vorgezeigten Abschlüssen.
Diese Schüler scheitern dann oft im Laufe der nächsten Zeit,so dass ein mehrjähriger Bildungsgang im folgenden Schuljahr noch weniger Schüler hat. Diese kleineren Klassen sollen trotzdem ihre volle Stundentafel haben, aber wo sollten denn die Lehrerstellen dafür herkommen? Will man dagegen das Scheitern von Schülern auffangen, müsste das BK entsprechend zusätzliche personelle Ressourcen für die Förderung aufbringen. Wo sollten dann diese Stunden herkommen?
Werkstattlehrer-Stellen bitte richtig abbilden!
Der für BKs typische Praxisunterricht in Werkstätten wird durch Werkstattlehrer erteilt. Diese erhalten ein geringeres Tarifentgelt als „normale“ Lehrer. Sie unterrichten jeweils nur halbe Klassen und tragen deshalb trotz ihrer 30 Wochenstunden nur 15 Stunden zur Unterrichtsversorgung der Klassen bei, im Gegensatz zu den „normalen“ Lehrern mit 25,5 Stunden.In der offiziellen Statistik (SchIPS), welche die Versorgung einer Schule mit Lehrerstellen abbilden soll, müssten sie daher mit 0,6 Stellen  berechnet werden. Tatsächlich wird ein
Werkstattlehrer in SchIPS jedoch als ganze (1,0) Lehrerstelle geführt.
Hat zum Beispiel ein BK 100 Lehrer, davon 10 Werkstattlehrer,so bekommt es 10 x 0,4 = 4,0 Stellen in seine Stellenstatistik geschrieben, die faktisch gar nicht da sind. Das ist billig für das Land, weil es eine 100prozentige Ausstattung der Schule mit Lehrerstellen behauptet, auch wenn es tatsächlich nur 96
Prozent sind.Mit der strukturellen Benachteiligung der BKs verfehlt die Bildungspolitik ein wichtiges Ziel
Die genannten strukturellen Gründe führen dazu, dass die Schüler am Berufskolleg grundsätzlich nicht die Stunden generieren,die nötig wären, um in allen Bereichen die Stundentafeleinzuhalten. Praktisch führt dies innerhalb des BKs dann zu einer Art „Kannibalismus“: Abteilungen und Bildungsgänge mit einer stärkeren Lobby werden mit Stunden aus den anderen Bereiche bedient, wo weniger Widerstand zu erwarten ist:
Die ohnehin schwächsten Schülergruppen, die oft mit Sprachproblemen und Lernbehinderungen zu kämpfen haben, erfahren dann eine weitere Reduzierung ihrer Bildungschancen.Das entspricht in keiner Weise dem aktuellen politischen Ziel,die Schule als Mittel der gesellschaftlichen Integration zu nutzen und jedem jungen Menschen eine faire Bildungschance anzubieten – oder?
Die Lösung des Problems kostet Geld Eine Verringerung der Schüler-Lehrer-Relation um mehrere
Prozentpunkte wäre nötig, um diese strukturelle Benachteiligung der Berufskollegs zu kompensieren. In diesem Maße
könnten die BKs zusätzlich Lehrer einstellen, um in allen Klassen im erforderlichen Umfang den Unterricht erteilen zu können und um gegebenenfalls Förderkurse einzurichten, damit Schüler ihre mitgebrachten Defizite ausgleichen können.
SchIPS sollte Werkstattlehrer mit nur jeweils 0,6 Stellen berechnen,um deren tatsächlichen Beitrag zur Erfüllung der Stundentafeln richtig abzubilden. Das allein würde den BKs einen Stellenaufschlag von ca. 3-4 % bringen!
Gleichfalls müsste man darüber nachdenken, ob die Berufskollegs nicht auch eine deutlich höhere Zahl an Entlastungsstunden benötigen für Verwaltungs- und Organisationsaufgaben sowie für die Beratung von Schülern. Denn diese Aufgaben fallen für den BK-Schüler in seiner ein- bis dreijähriger Verweildauer mindestens genauso an wie für den Schüler an einer anderen Schulform, wo sich diese Aufgaben aber auf eine Verweildauer von in der Regel sechs bis neun Jahre verteilen. Da die Entlastungsstunden aus dem eigenen Stellentopf der Schule genommen werden, müsste auch aus diesem Grund die Stellenausstattung der BKs entsprechend erhöht werden!
Die Landesregierung in Düsseldorf und die politischen Parteien müssen sich nun der Frage stellen: Wie reagieren wir auf diese offenkundige Gerechtigkeitslücke innerhalb unseres Bildungssystems?
Weitermachen wie bisher und riskieren, dass die Berufskollegs weiter zurückfallen? Augen, Ohren und Herzen
davor verschließen, dass die schwächsten Jugendlichen in einer entscheidenden Phase ihres Lebens eine weitere Benachteiligung erfahren?Oder nehmen wir in NRW unseren Anspruch ernst, allen Jugendlichen
eine faire Bildungschance zu bieten und auf einen Platz in unserer Gesellschaft vorzubereiten? Gerade die Kollegen
an den Berufskollegs leisten hier mit leider unzureichenden Mitteln täglich Außerordentliches! Die Politik sollte nun zeigen, dass sie die Problematik erkennt, nach fairen Lösungen sucht und dann auch entsprechend handelt! Es lohnt sich bestimmt!

Gelsenkirchen schöpft Fördermittel „Gute Schule 2020“ aus

Am 21.09.2018 wurde Schulamtsdirektor Südholt in der WAZ
zur Situation in Gelsenkirchener Grundschulen wie folgt zitiert:
Der Schulaufsicht ist bewusst, dass bei der derzeitigen
Situation an vielen Schulen, dort ausschließlich die
Pflichtaufgaben erfüllt werden können und auch nur,
wenn keine weiteren Ausfälle durch Schwangerschaft oder
Erkrankungen eintreten.
Hoffen wir, dass die 61 Stellen für Lehrkräfte die
für die 39 Gelsenkirchener Grundschulen (stand 20.11.2018)
ausgeschrieben waren, besetzt werden können, denn sonst
werden selbst die Pflichtaufgaben nicht mehr erfüllbar sein.
Die positiven Nachrichten ergänzte Schulamtsdirektor
Bernhard Südholt mit der Meldung, dass
Gelsenkirchen keineswegs Schlusslicht bei der
Besetzung der Lehrerstellen an Grundschulen sei.
Vielmehr könnten die Pflichtaufgaben hier erfüllt
werden. Dank Abordnungen aus dem Münsterland
und dank der Tatsache, dass 90 Prozent der
Referendare, die hier ausgebildet wurden, in
Gelsenkirchen gehalten werden konnten.
Hinter der derzeit möglichen Erfüllung der
Pflichtaufgaben stehen allerdings mehrere dicke
„aber“. Erstes „aber“: Bereits jetzt zeichnet sich
ab, dass ab Dezember zehn Lehrerinnen wegen
Schwangerschaft nicht mehr zur Verfügung
stehen werden. Zweites „aber“: Die Zeit der 25
abgeordneten Lehrer aus dem Münsterland in
Gelsenkirchen endet im Sommer 2019. Drittes
„aber“: Es darf ohnehin niemand krank werden.
Vertretungslehrer gibt es nicht, der Markt ist
leergefegt. Zudem seien die Klassen im Stadtsüden
viel zu groß, sei „der Bildungsauftrag gefährdet“, so
Südholt. Sibylle Raudies, WAZ Ge.

Die „Sonder“schule an der Turfstraße: ein Nachruf

Im März 2018 stieß ich beim Durchblättern des Gelsenkirchener
Lokalteils der WAZ auf ein Foto, dessen Anblick mich
kurzfristig erstarren ließ. So erblickten meine Augen eine verwüstet
zugerichtete Halle, die so in ihrem Erscheinungsbild
auch hätte in einem Kriegsgebiet aufgenommen sein können.
Beim zweiten Hinschauen breitete sich jedoch auch ein Gefühl
von Vertrautheit und Nähe aus und unmittelbar folgend
brachte das Schielen auf die Artikelüberschrift Gewissheit:
Diese Halle kannte ich gut. So handelte es sich um das Atrium
der ehemaligen Schlossparkschule Horst, eine Förderschule
mit den Förderschwerpunkten Lernen und Emotionale und
Soziale Entwicklung. Eine Schule, in der ich über 6 Jahre als
Lehrerin tätig war und viele Tage und Stunden verbracht hatte.
Beim Lesen des Artikels verschwand der erlittene leichte
Schock recht schnell und konnte sicherlich auch einem kleinen
Gefühl von Freude und beruhigt sein weichen, denn im
Inhalt erfuhr ich, dass mein ehemaliges Schulgebäude nun für
die Oberstufe der Gesamtschule Horst aufwendig saniert wurde,
damit zukünftig viele Schüler*innen- Generationen mit
modernster Ausstattung in Wohlfühlatmosphäre lernen und
leben können. Dieser Aspekt beruhigte mich tatsächlich sehr,
da ich den Schüler*innen dieser Schule die Möglichkeit eines
solch günstigen Lernumfeldes in jedem Fall von Herzen gönne.
Es steht außer Frage, dass eine Schule wie die Gesamtschule
Horst mit einer stark heterogenen Schüler*innenschaft eine
moderne, positives Lernklima fördernde Ausstattung absolut
verdient hat.
Das sich eingestellte Gefühl von Freude und ehrlich gemeintem
Gönnen, wich nach kurzer Zeit jedoch deutlich einer aufkommenden
Wut und Anflügen von Empörtheit. Führte doch
der Zeitungsartikel neben neu installierten technischen Errungenschaften
auch an, dass unter anderem der Brandschutz
auf den neuesten Stand gebracht worden sei. So konnte ich
nachlesen, dass den Schüler*innen und Lehrer*innen zukünftig
ein zweiter Rettungsweg über zwei Außentreppen möglich
sein wird. Besonders diesen Satz musste ich mehrfach lesen,
bis mir die Inhaltsgewalt vollends klar geworden war. Kurz
gesagt: Als noch die Schüler*innen und Lehrer*innen der
Förderschule in diesem Gebäude lernten und (zumindest vormittags)
auch lebten, bestand kein zweiter Rettungsweg und
im Falle eines sich schnell ausbreitenden Brandes im zentral
gelegenen Atrium wären Erstgenannte im schlimmsten Falle
draufgegangen!
Diese Vorstellung lässt mich noch nachträglich erschaudern
und macht traurig, hilflos und wütend zugleich. Wären nicht
diese zwei Außentreppen auch ein Mindestmaß an Renovierung
gewesen, das damals noch die Schüler*innen und
Lehrer*innen dieser ehemaligen Schule hätten erwarten dürfen?
Hinsichtlich unumgehbarer Sicherheitsaspekte nicht so
brisant, aber auch von elementarem Bedürfnischarakter wäre
sicherlich auch damals schon die Sanierung der Heizungsanlage
gewesen. So erinnere ich mich noch gut an Unterrichtsstunden
in Wollpullover und Daunenjacke in der kälteren Jahreszeit,
als auch an „Hitzefrei“ im Frühsommer, bei +22 Grad
Celsius Außentemperatur und +35 Grad Celsius in den Klassenräumen
aufgrund eines Funktionsengpasses der Heizungsanlage,
der für ein saunaähnliches Lernklima sorgte. Gegen
die Forderung zur Beachtung erwähnter Grundbedürfnisse
erscheint die Ausstattung jedes Klassenraumes mit Whiteboard
und Wlan für die damals betroffenen Lernenden und
Lehrenden nahezu zynisch.
Was bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack! Leider! Denn das
Arbeiten mit den vielen verschiedenen charmanten, freundlichen,
witzigen und manchmal auch herausfordernden
Schüler*innen und vielen lieben, kompetenten und hilfsbereiten
Kolleg*innen hat mir stets große Freude und Erfüllung
bereitet und es steht sicherlich außer Frage, dass sich damals
auch meine Schüler*innen ein offenes Kunstatelier, flexibel
einsetzbares Mobiliar, eine bessere elektronische Ausstattung
und einen Schülerarbeitsraum mit einem Sofa und Sesseln
zum Chillen gewünscht hätten.            Christina Tönges
 

Wanted not dead but alive

Schulen in Gelsenkirchen
Christina Tönges

Im Gegensatz zu dem auch von mir in dieser Ausgabe verfassten
Artikel: „Die „Sonder“schule an der Turfstraße: ein Nachruf“
soll es in den folgenden Zeilen nicht um einen Nachruf
gehen, sondern um einen Aufruf an all diejenigen, denen die
Zukunft der Förderschulen in Gelsenkirchen nicht egal ist.

Lasst uns gemeinsam
noch mal einen Versuch
wagen, den sonderpädagogisch
Beschäftigten in Gelsenkirchen
wieder ein gemeinsames
Gesicht und auch eine Stimme
zu geben!

In zuvor erwähntem Artikel stellte ich deutlich heraus, dass
es in der ehemaligen Schlossparkschule Horst, einer Förderschule
mit den Förderschwerpunkten Lernen und Emotionale
und Soziale Entwicklung, neben dem Vorhandensein von
elementarer Ausstattung wie ausreichendem Brandschutz
und einer funktionierenden Heizungsanlage auch an einer positives Lernklima begünstigenden medialen Ausrüstung
mangelte. Nun lässt sich sicherlich korrekter Weise, wie auch
von mir ausgeführt erwähnen, dass es doch äußerst positiv
zu sehen ist, dass nun die Räumlichkeiten an der Turfstraße
endlich generalüberholt und großzügig nachgerüstet werden.
Dem pflichte ich voll bei, doch gleichzeitig drängt sich
mir eine andere zukunftsweisende Frage auf: Was ist mit den
Förderschulen in Gelsenkirchen, die noch existieren? Wie ist
es um deren Ausstattung bestellt? Um diese Frage vollständig
schlussendlich beantworten zu können, fehlen mir tatsächlich
noch intensivere visuelle Eindrücke aller noch existierenden
Förderschulen. Doch kann ich diese Frage mit Sicherheit in Teilen
vor dem Hintergrund der von mir erhaltenen Eindrücke an
meiner aktuellen Schule, der Albert- Schweitzer-Schule, eine
Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung,
beantworten. Dort werden zwar immer wieder bauliche
Sanierungen durchgeführt, doch besteht in vielen Bereichen
noch immer akuter Handlungsbedarf. Neben einer verglichen
mit anderen Schulen sparsamen medialen Ausstattung der
Klassenräume und dem Vorhandensein von größtenteils sehr
unflexiblem Klassenraummobiliar erlebe ich besonders auch
den Aspekt von räumlicher Enge in den Klassenräumen als belastend
für Schüler*innen und Lehrpersonal gleichermaßen.
Zuletzt angesprochenes Problem lässt sich sicherlich nicht
ohne größeren Aufwand und Veränderungen lösen, es muss
jedoch bei weiter steigenden Schüler*innenzahlen im Auge
behalten werden. 

 

Kommt zu einem ersten Treffen
von Sonderpädagog*innen, die
wieder Lust haben, Prozesse
aktiv mit zu diskutieren und im
Rahmen des Möglichen auch
mitzugestalten.

Erzählungen von Kolleg*innen anderer Förderschulformen
in Gelsenkirchen folgend, dürften zuvor aufgezählte alltägliche
Berufssituationen in den Schulen jedoch nahezu jedem/
jeder in der ein oder anderen Form bekannt vorkommen. Es
schleicht sich vielleicht sogar auch der Eindruck ein, dass an
manch weisender Stelle sowieso erstmal abgewartet wird,
wie es politisch mit den Förderschulen weitergeht und es sich
deshalb vielleicht auch nicht so richtig lohnt größere finanzielle
Initiativen zu ergreifen. Ist so eine Aussage ein Versuch
einer dreisten Behauptung meinerseits, oder doch unübersehbare
auf Fakten beruhende Realität? Eine Einordnung der
getroffenen Aussagen überlasse ich dem Leser.

 

Als Initiatorin würde ich mich
sehr freuen, Euch zahlreich an
folgendem Termin anzutreffen: 

Was ich jedoch nicht sich selbst überlassen möchte ist die
weitere Entwicklung der Förderschulen und die Ausgestaltung
der Ausübung sonderpädagogischer Berufe hier bei uns in
Gelsenkirchen. Ich wünschte mir wieder ins Gespräch zu kommen,
mit jungen, genauso aber auch mit erfahrenen engagierten
Kolleg*innen unserer Stadt, über aktuelle schulische Bedingungen und Belange, sowie über die Arbeitsrealität vor
Ort an den Förderschulen und an Schulen des Gemeinsamen
Lernens. 

Donnerstag, 07.02.2019
um 17.00 Uhr
im GEW Geschäftsstelle Gelsenkirchen
(Essener Str. 88, 45899 Gelsenkirchen)

 

Frei nach dem Motto: „Es gibt nichts Gutes außer man tut es!“
möchte ich mit Euch an diesem Tag einen Versuch wagen, Perspektiven
für eine Weiterarbeit in der sich ergebenden Gruppenkonstellation
zu entwerfen. Denn wir wissen, welche Themen
und schulischen Arbeitsrealitäten uns bewegen. Ich zähl
auf Euch am 7. Februar!

 

 

 

 

Lehrer, Rechner, Schülerdaten Sachverständige zur digitalen Ausstattung von Pädagogen

5. September 2018 - Brauchen Lehrerinnen und Lehrer Dienstcomputer? Mit dieser Frage haben sich die Ausschüsse für Schule und Weiterbildung sowie für Digitalisierung und Innovation befasst. In einer gemeinsamen Anhörung der beiden Fachausschüsse äußerten Im Mittelpunkt stand ein Antrag der SPD-Fraktion: "Landesregierung muss kurzfristig ein Konzept zur digitalen Ausstattung von Lehrerinnen und Lehrern vorlegen" (Drs. 17/2560). Seit Januar 2018 liege eine Dienstanweisung des Ministeriums für Schule und Bildung für die automatisierte Verarbeitung von personenbezogenen Daten in der Schule vor, heißt es in dem Antrag:" Diese sichert die Position des Landes in Bezug auf die EU-Datenschutz-Grundverordnung und schiebt damit die Verantwortung an die Schulen, in diesem Fall an die Schulleitungen." Es könne aber "auf Dauer nicht angehen", dass Lehrkräfte auf private Rechner angewiesen seien, um Schülerdaten zu verarbeiten, und dafür eine Richtlinie unterzeichnen müssten. Die nötige IT-Ausstattung müsse Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung gestellt werden. Erforderlich sei zudem eine Plattform," damit sie die sensiblen Schülerinnen und Schülerdaten auch sicher weiterverarbeiten können". Die kommunalen Spitzenverbände boten ihre Unterstützung bei der Erarbeitung eines Konzepts an, wiesen aber darauf hin: Für die informationstechnische Ausstattung von Lehrerinnen und Lehrern seien die Schulträger nach Lehrer, Rechner, Schülerdaten Sachverständige zur digitalen Ausstattung von Pädagogen 5. September 2018 - Brauchen Lehrerinnen und Lehrer Dienstcomputer? Mit dieser Frage haben sich die Ausschüsse für Schule und Weiterbildung sowie für Digitalisierung und Innovation befasst. In einer gemeinsamen Anhörung der beiden Fachausschüsse äußerten sich Sachverständige zum Thema. derzeitiger Rechtslage nicht zuständig. Viele Schulen hätten feste Bildschimarbeitsplätze fürs Lehrpersonal eingerichtet: "In der Regel ist ein solcher Arbeitsplatz für mehrere Lehrkräfte ausreichend." Bei der Nutzung privater Endgeräte sei bereits in der Vergangenheit eine Genehmigung der Schulleitung erforderlich gewesen. Es sei lediglich ein Formular hinzugekommen: "Die darin enthaltenen Vorgaben erscheinen aus Sicht der kommunalen Spitzenverbände nicht unzumutbar." Der Verband "lehrer nrw" ist anderer Ansicht. Es sei "dringend notwendig, den Lehrkräften für ihre Arbeit Computer, Tablets oder andere Endgeräte zur Verfügung zu stellen, die ausschließlich dienstlich genutzt werden", und ein "Gebot der Selbstverständlichkeit, dass sich die Schulträger an den Kosten für die digitale Ausstattung beteiligen". Ähnlich äußerte sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): Dass Lehrkräfte "auf ihre privaten Endgeräte zurückgreifen und darüber hinaus Genehmigungen unterzeichnen müssen, um ihren Beruf überhaupt ausüben zu können", sei nicht hinnehmbar. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hielt die im Antrag genannten Forderungen für "längst überfällig".  Landesregierungen könnten spätestens seit Einführung der EU-Datenschutz-Grundverordnung nicht voraussetzen, dass Lehrerinnen und Lehrer ihre privaten Geräte für dienstliche Zwecke einsetzten. Auch die geforderten Schutzvorkehrungen seien aufgrund unterschiedlicher IT-Kenntnisse "nicht generell einforderbar". Fazit des VBE: Die Bereitstellung dienstlicher Endgeräte sei "zwingend erforderlich, damit Lehrkräfte ihren dienstlichen Verpflichtungen nachkommen können". "Ein Gerät für beide Aufgaben" Lehrerinnen und Lehrer bräuchten digitale Technik im Unterricht und zur Verarbeitung personenbezogener Daten, so die "Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft" in ihrer Stellungnahme. Die Ausstattung, die dafür zur Verfügung gestellt werde, sei nicht ausreichend: "Eine zukünftige Ausstattungskonzeption muss es Lehrkräften erlauben, mit einem einzigen Gerät beide Aufgaben zu erledigen." Eine Ausstattung mit Dienstgeräten sei "grundsätzlich zu befürworten". Erforderlich seien zudem ,IT-Fachkräfte in den Schulen. Detlef Schubert, Referent für Medienbildung der Bezirksregierung Detmold, berichtete über das Projekt "Lernstatt 2020" der Stadt Paderborn. Jedem Lehrer der teilnehmenden Schulen stehe für die pädagogische Arbeit ein personifiziertes Tablet zur Verfügung. Zur Verarbeitung personenbezogener Daten müssten sie jedoch Arbeitsplätze in der Verwaltung nutzen. "Pädagogische und verwaltungstechnische Aufgaben sollten nur mit einem Gerät erledigt werden", so Schubert. Er empfahl die Einrichtung von Arbeitskreisen, "in denen Vertreter der Schulverwaltung, Techniker, Pädagogen und der Datenschutzbeauftragte gemeinsam an einem Tisch sitzen". Es reiche nicht, Dienstgeräte zur Verfügung zu stellen, befand Dr. Andreas Engel (Stadt Köln, Amt für Informationsverarbeitung). Erforderlich sei zudem ein "integriertes Betriebs- und Supportmodell". Titelthema / Schwerpunkt; Landtag intern, 49. Jahrgang,
Ausgabe 8 vom 25.09.2018, S. 7

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