Qualität in der Kita zahlt sich aus

Entwicklungs-Förderung bedeutet Kita-Förderung

Es sind die ersten Jahre, die entscheiden: Unser Wissen und Können, unsere soziale Kompetenz haben ihren Ursprung in unserer frühen Kindheit. Die Kita ist deshalb die erste Instanz, die entgegenwirken kann, wenn Bildungs- und Entwicklungschancen aus dem Gleichgewicht zu geraten drohen.
Qualität in der Kita zahlt sich aus

Foto: BlueOrange/fotolia.de

Die beste Wertanlage: Qualität

Was eine Krippe oder eine Kita bewirkt, hängt auch von Konzepten und pädagogischen beziehungsweise zwischenmenschlichen Prozessen ab. Mindestens ebenso wichtig sind aber ausreichende Rahmenbedingungen: Ein guter Erzieher*in-Kind-Schlüssel, kleine Gruppen, eine hohe Qualifikation des Personals, diese drei Faktoren bilden nach Deborah Phillips das „eiserne Dreieck der Strukturqualität“. Den fachlich notwendigen Personalschlüssel hat leider kein Bundesland vorzuweisen, besonders bei Kindern unter drei Jahren. Wir müssen also nach der Phase des erheblichen quantitativen Ausbaus jetzt dringend für mehr Qualität sorgen! Gute Qualität gibt es also nicht zum Nulltarif, aber Qualität zahlt sich aus. Der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger James Heckman hat Modellrechnungen vorgelegt, die zeigen, dass die frühkindliche Bildung ein deutlich größeres Präventions- und Förderpotenzial hat als alle Bemühungen in späteren Lebensjahren. Ausgaben für frühkindliche Bildung und Förderung sind Investitionen, die sich, auch rein ökonomisch gesehen, mehrfach auszahlen, denn sie verbessern die Qualität der fundamentalen Bildungsprozesse und sie helfen, ungleiche Chancen auszugleichen.

Prof. Dr. Rainer Strätz // In: nds 2-2014