Niemanden zurücklassen!

Funktionierende Weiterbildung braucht langfristige Finanzierung

Mit welchen Themen beschäftigt sich die Weiterbildungsszene in NRW? Einen Überblick lieferte die jährliche Weiterbildungskonferenz des Ausschusses für Schule und Weiterbildung im Düsseldorfer Landtag. Niemand darf zurückgelassen werden, darin waren sich alle einig.
Niemanden zurücklassen!

Foto: Frankies/fotolia.de

Am 13. November 2013 dominierten Diskussionen über die Finanzierung der Weiterbildung und insbesondere über die Förderung von Grundbildungsprogrammen. Zum 17. Mal trafen sich Expert*innen, Gäste aus dem Schulministerium und Interessierte zur Weiterbildungskonferenz.

7,5 Millionen Betroffene
NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann stellt sich als Schirmherrin für das Alphanetz – NRW Netzwerk für Alphabetisierung und Grundbildung vor. Spätestens nach der Leo-Level-One-Studie und dem Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) ist die Bedeutung dieser Initiative weiter gestiegen. Die Leo-Level-One-Studie macht auf die hohe Zahl funktionaler Analphabet*innen in Deutschland aufmerksam und auch die Ergebnisse der PIAAC-Studie zeigen, dass viele Erwachsene in Deutschland Probleme beim Lesen und Rechnen haben. 7,5 Millionen Menschen sind bundesweit davon betroffen. Die Weiterbildung sowie insbesondere der Schwerpunkt Grundbildung und Alphabetisierung stellen nicht nur für Sylvia Löhrmann eine absolute Notwendigkeit dar. Reiner Hammelrath ist Sprecher des Gesprächskreises der Landesorganisationen für Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen und macht in seinem Statement deutlich: Die PIAAC-Studie zeigt konkreten Handlungsbedarf auf, es darf nicht nur kein Kind, sondern keine/r zurückgelassen werden. Dazu sind weitere finanzielle Ressourcen nötig.

Weiterbildung im Landesinstitut
Im Januar 2014 wird der Landesbeirat für Weiterbildung seine Arbeit aufnehmen. Das Gremium soll beratende Funktionen übernehmen und Netzwerke schaffen. Der Landesbeirat für Weiterbildung muss ein arbeitsfähiges Gremium werden, das sich auch an Diskussionen innerhalb anderer Ausschüsse beteiligen und mitsprechen darf. „Die Weiterbildung sollte darin den Hut aufhaben“, betont Reiner Hammelrath. Auch im neu zu gründenden Landesinstitut für Schule wird laut Sylvia Löhrmann die Weiterbildung mit einer Stelle für Supportstrukturen für Qualitätsentwicklung und Fortbildung ihren Platz finden. Ein großer Erfolg, meinen alle Sprecher*innen und Teilnehmer*innen.

Finanzierung anpassen
In der anschließenden Diskussionsrunde wird, vor allem durch den Beitrag der GEW, deutlich, dass weiterhin eine langfristige Perspektive für die Weiterbildung fehlt. Die Weiterbildung soll endlich als gleichberechtigte Säule der Bildung angesehen und behandelt werden. Langfristigkeit bedeutet, dass projektbezogene Stellen über Mittel des Europäischen Sozialfonds eingedämmt und dauerhafte Stellen eingesetzt werden müssen. Eine funktionierende und effiziente Weiterbildung braucht eine an die Herausforderungen angepasste Finanzierung, die sich auch an der Notwendigkeit für Angebote in den Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung orientieren muss. Aktuell ist noch nicht einmal sicher, dass die Mittel in den folgenden Jahren wenigstens in gleicher Höhe zur Verfügung stehen werden. Dafür muss sich die GEW NRW weiter einsetzen!   

Joyce Abebrese, Helle Timmermann // In: nds 1-2014