Inklusion am Berufskolleg

Gutachten zum Personalbedarf und zu pädagogischen Voraussetzungen

Zur Umsetzung der Inklusion am Berufskolleg und zu den Herausforderungen in der beruflichen Bildung hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW (MSW) zwei Gutachten in Auftrag gegeben, die die bildungspolitische Debatte mit statistischem Material und wissenschaftlichen Empfehlungen fundieren sollen.
Inklusion am Berufskolleg

Foto: a_sto/photocase.de

Die Analysen konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf die Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener mit den Schwerpunkten Lernen und emotionale und soziale Entwicklung. Die Gutachten wurden im „Fachbeirat inklusive schulische Bildung“ des MSW vorgestellt.

Junge Erwachsene mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Berufskollegs

In dem Gutachten von Prof. Dr. Klaus Klemm mit dem Titel „Junge Erwachsene mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Berufskollegs des Landes Nordrhein-Westfalen – Bildungsstatistische Analysen und Empfehlungen“ werden Daten zu den Schüler*innen der Berufskollegs, die einen diagnostizierten sonderpädagogischen Förderbedarf aufweisen, dargestellt und analysiert. Bezugsjahr ist das Schuljahr 2012/2013. Aufbauend darauf werden Empfehlungen zum Umfang der Ausstattung der Schulen mit Lehrerstellen und zur Art und Weise der Zuweisung dieser Personalstellen an die einzelnen Schulen formuliert. Der Gutachter schlägt dabei verschiedene Varianten des Stellenbedarfs vor. Seine bevorzugte Variante ist die der Doppelzählung der erwähnten Schüler*innen und kommt damit zu einem Stellenbedarf für das Schuljahr 2013/2014 in Höhe von 695 Stellen gegenüber der Stellenzahl von 322 nach den jetzigen geltenden Relationswerten.

Voraussetzungen und Möglichkeiten der Gestaltung gemeinsamen Lernens für Jugendliche

Zur Umsetzung der Inklusion im Bereich Berufskolleg hat eine Wissenschaftler*innengruppe um Prof. Dr. H.-Hugo Kremer, Universität Paderborn, ein weiteres Gutachten mit dem Titel „Voraussetzungen und Möglichkeiten der Gestaltung gemeinsamen Lernens für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen und Entwicklungsstörungen" erstellt. In dem Gutachten geht es schwerpunktmäßig um die pädagogischen Voraussetzungen und Möglichkeiten der Inklusion im Bereich beruflicher Bildung. Die Gutachter mussten dabei berücksichtigen, dass in Berufskollegs die Gestaltung Gemeinsamen Lernens durch die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und den Übergängen zwischen Schule und Arbeitsmarkt bestimmt werden. In diesem Zusammenhang sind die Herausforderungen einer inklusiven Gestaltung der Arbeitswelt eine besondere Herausforderung.