Herkunftssprachlicher Unterricht in Nordrhein-Westfalen

Anerkennung und Gleichberechtigung

In Nordrhein-Westfalen gibt es in allen Schulformen seit Jahrzehnten herkunftssprachlichen Unterricht (HSU). Landesweit werden 19 Muttersprachen unterrichtet. 886 Stellen sind im Eckdatenerlass 2014/2015 für diese Aufgabe ausgewiesen.
Herkunftssprachlicher Unterricht in Nordrhein-Westfalen

Foto: hydra/photocase.de

Herkunftssprachlicher Unterricht in Nordrhein-Westfalen

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Laut HSU-Erlass vom 21. Dezember 2009 werden neue Sprachgruppen eingerichtet, wenn die personellen und curricularen Voraussetzungen erfüllt sind. Im Erlass heißt es: „Herkunftssprachlicher Unterricht wird in der Primarstufe dort angeboten, wo die Anzahl der Kinder einer gemeinsamen Herkunftssprache die Bildung einer mindestens 15 Schüler*innen umfassenden Lerngruppe dauerhaft ermöglicht.“

In der Regel fünf Wochenstunden HSU
Wird an der Schule die Lerngruppengröße auch bei jahrgangsübergreifendem Unterricht nicht erreicht, prüft die Schulaufsichtsbehörde Kooperationsmöglichkeiten mit benachbarten Schulen. Bei ausreichender Gruppengröße können dann auch schulformübergreifende Lerngruppen eingerichtet werden (HSU-Erlass 5.2).
Über den Umfang der Unterrichtsstunden gibt es leider keine einheitliche Erfahrung. Manche Schulen bieten pro Gruppe lediglich ein bis zwei Schulstunden an. Im Erlass zum herkunftssprachlichen Unterricht heißt es hierzu jedoch: „Der herkunftssprachliche Unterricht ergänzt mit in der Regel fünf Wochenstunden den Unterricht in den Regelklassen und Vorbereitungsklassen der Primarstufe. (HSU-Erlass 5.1, Abs. 4).

Meinung: Landesausschuss für multikulturelle Politik der GEW NRW
Der HSU und auch seine Lehrkräfte kämpfen um Anerkennung und Gleichbehandlung im Schulbetrieb. Der Landesausschuss für multikulturelle Politik der GEW NRW wendet sich deshalb an
Bezirksregierungen und Personalräte:

  • Uns ist bis heute nicht bekannt: Wie werden diese Stellen in den Bezirksregierungen verteilt und besetzt?
  • Welche Sprachen werden mit wie vielen Stellen berücksichtigt?
  • Bei zunehmender Anzahl der Kinder mit Migrationshintergrund, neuen Zuwanderer- und Flüchtlingskindern sind diese Stellen unzureichend, um „natürliche Mehrsprachigkeit“ dieser Kinder in den Schulen zu fördern.   

Hassan Taskale // In: 1-2015