Erzieher*innen fordern angemessene Karrierechancen

Karriere möglich machen

Die pädagogischen Anforderungen in der frühkindlichen Bildung wachsen und die Beschäftigten halten mit: Sie sind bestens ausgebildet. Die passenden Karrierewege dafür fehlen jedoch oft.
Erzieher*innen fordern angemessene Karrierechancen

Für die Bildung Erziehung und Betreuung der Kinder in Kindertageseinrichtungen werden nicht nur zahlenmäßig ausreichende, sondern vor allem gut ausgebildete pädagogische Fachkräfte gebraucht. Insbesondere die Bildungsförderung steht im Nachgang der Diskussionen über die Ergebnisse der PISA-Studie seit Jahren ganz oben auf der sozial- und bildungspolitischen Agenda. Die damit steigenden Anforderungen an pädagogische Fachkräfte spiegeln sich auch in der Ausbildung wider: Neben der Ausbildung an Fachschulen gibt es bundesweit 118 früh- und kindheitspädagogische Studiengänge.

Die Beschäftigten wollen mehr
Das Verbundforschungsprojekt des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) und des Informationssystems Studienwahl und Arbeitsmarkt (ISA) der Universität Duisburg-Essen ISA zur „Akademisierung frühpädagogischer Fachkräfte“ zeigt: Der Arbeitsplatz Kita wird zwar oft von Kindheitspädagog*innen für die Leitungsposition angestrebt, stellt aber für viele nur eine Übergangsstation in ihrem beruflichen Werdegang dar. Nur etwa ein Drittel der Absolvent*innen früh- und kindheitspädagogischer Studiengänge geht tatsächlich in die Kita. Der größere Teil strebt Karrieren in Wissenschaft, Lehre und Ausbildung oder Verwaltung und Beratung an. Die durch die Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie „Kontinuierliche Personalwirtschaft in der Kindertagesbetreuung“ des IAQ zeigt zudem, dass sich nicht nur Absolvent*innen von kindheitspädagogischen Studiengängen, sondern auch Erzieher*innen und Leitungskräfte gemischte Tätigkeiten wünschen. Neben der Arbeit mit Kindern möchten sie beratende, planerische und gestaltende Tätigkeiten übernehmen. Attraktiv sind deshalb zum Beispiel Mischungen aus Leitungstätigkeit und Gruppendienst, Kombinationen der Tätigkeit „am Kind“ mit Managementfunktionen oder die Arbeit in der Kita, kombiniert mit Beratungs- oder Lehrtätigkeiten.

Attraktiv bleiben für den Nachwuchs
Bei vielen Trägern endet die Karriere einer pädagogischen Fachkraft nach wie vor bei der Leitung. Je nach Träger bieten Fachberatung und Bereichs- oder Bezirksleitungen mögliche Tätigkeitsfelder, wobei das Stellenangebot hier sehr übersichtlich ist. Einige Träger schaffen Kompetenz- oder Multiplikator*innenstellen zu Themen wie Kinderschutz oder Inklusion allerdings ohne zusätzliche Entlohnung. Vereinzelt werden leistungsbezogene Zuschläge für die Übernahme von Sonderfunktionen für einrichtungsübergreifende Sonderaufgaben beim Träger bezahlt. Wenn es darum geht, den Arbeitsplatz Kita als attraktiven lebensbegleitenden Arbeitsplatz zu gestalten, sind Politik und Träger neben einer adäquaten Bezahlung auch gefordert, qualifikationspezifische und kompetenzorientierte Karrierewege zu entwickeln. Hier zeigen einzelne Träger bereits Profil, indem sie ihren Beschäftigten weitere Einsatzmöglichkeiten bereitstellen, um das Personal langfristig zu binden und den Arbeitsplatz attraktiv für qualifizierte Nachwuchskräfte zu gestalten.

Elke Katharina Klaudy // In: nds 04-2015