Berufsbildungsbericht 2015

Weichen für Ausbildungsgarantie stellen

Die duale Berufsbildung in Deutschland wird gemeinhin als wesentlicher Pfeiler der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft gesehen und gilt als konstitutiv für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Mit dem Berufsbildungsbericht 2015 legt die Bundesregierung eine umfassende Datensammlung zur Berufsbildung in Deutschland vor und beschreibt ausführlich alle Maßnahmen und Programme in diesem Feld.
Berufsbildungsbericht 2015

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Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die „Qualität der deutschen Berufsbildung, die guten Übergänge von Ausbildung in Beschäftigung und die im EU-Vergleich geringste Jugenderwerbslosigkeit in Deutschland (…) ausschlaggebend für den Erfolg und das hohe Ansehen der deutschen Berufsbildung, auch im Ausland (sind).“ Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht die Lage weniger rosig und fordert unmittelbare Konsequenzen.

„Allianz für Aus- und Weiterbildung“ muss handeln

Die GEW verlangt mit Blick auf die weiter sinkende Zahl an Ausbildungsplätzen die konsequente Umsetzung einer Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen. „Die ‚Allianz für Aus- und Weiterbildung‘ muss jetzt Nägel mit Köpfen machen und alle Vereinbarungen schnellstmöglich umsetzen. Insbesondere ist die Wirtschaft gefordert, die für 2015 zugesagten 20.000 zusätzlichen betrieblichen Ausbildungsplätze zu schaffen“, forderte Ansgar Klinger, für berufliche Bildung verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied.

Institutioneller Rahmen der beruflichen Bildung

In einem Schaubild des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIB) wird der hochkomplexe institutionelle Rahmen der beruflichen Ausbildung in Deutschland dargestellt. Gerade in internationaler Perspektive erfreut sich die berufliche Bildung zur Zeit einer hohen Wertschätzung. Für die GEW ist die Situation aber nicht befriedigend. Ansgar Klinger: „Über 288.000 junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, sind ein gesellschaftspolitischer Skandal – gerade vor dem Hintergrund einer florierenden Wirtschaft. Von der Bundesregierung erwarten wir jetzt endlich, mit der im Koalitionsvertrag angesprochenen Ausbildungsgarantie sicherzustellen, dass alle Jugendlichen ohne Warteschleifen die Möglichkeit erhalten, eine anerkannte Ausbildung abzuschließen. Dafür müssen wieder mehr Betriebe Ausbildungsplätze anbieten. Unterstützungsmaßnahmen sowie die schulische Berufs- und Arbeitsweltorientierung müssen ausgebaut werden. Zudem ist die Qualität der Ausbildung in manchen Branchen zu verbessern.“